Junge Union Lappersdorf hat eine Vision für den Ortskern   

Echte Visionen – statt unechter Einbahnstraßen

– Lappersdorf. Die Junge Union stellt ihre neue Initiative „Vision Ortskern Lappersdorf“ vor. Mit einer Online-Plattform, Bürgergesprächen und Veranstaltungen möchte der Verband ein gemeinsames Bild für den Lappersdorfer Ortskern entwickeln. Ziel ist eine Vision, die zeigt, wie sich die Einwohner „ihren“ Ortskern vorstellen. Einzelentscheidungen der Verkehrs- und Gebäudeplanung sollen dann künftig an dieser Gesamtvision ausgerichtet werden. Zeitgleich fordert die Junge Union, ein unmittelbares Aus für die unechte Einbahnstraße. 

Der Lappersdorfer Ortskern ist seit vielen Jahren ein kommunales Politikum. Jüngster Anlass zu vielfältigen Diskussionen: die Entscheidung des Marktgemeinderates, eine unechte Einbahnstraße zu etablieren. Der motorisierte Individualverkehr in Richtung Norden ist seit Oktober 2021 nur noch bis zur Einmündung „Am Anger“ zugelassen. Die Junge Union schlägt nun vor, diese Regelung zeitnah einzustellen.

„Der Verkehrsversuch unechte Einbahnstraße ist gescheitert“

Der JU-Ortsvorsitzende Franz Rumstadt begründet: „Die unechte Einbahnstraße verwirrt Autofahrer nach wie vor, reduziert die Verkehrsbelastung nicht merklich und gängelt Bürger zu unnötigen Umwegen. Das ist weder verkehrsplanerisch noch aus Umwelt-Aspekten sinnvoll“. Sein Vorstandskollege Dominik Söldner, selbst Anwohner des Bereichs, stimmt dem zu: „Viele Menschen sind – zum Beispiel bei der Fahrt zum Wertstoffhof – auf eine Umfahrung der Ortsmitte über die Kreisstraße angewiesen. Zudem begegnet sich der Busverkehr auch weiterhin noch in beide Richtungen. Der eigentliche Grund für Verzögerungen und Staus ist damit auch weiterhin nicht vermieden“.

Es sei völlig richtig, einzelne Versuche in der Verkehrsplanung anzugehen. „Wenn man allerdings merkt, dass das Konzept nicht aufgeht, dann muss man auch bereit sein, den Versuch einzustellen.“, sagt Söldner.

Eine Vision für den Ortskern

Nun möchte sich die Junge Union selbst stark machen für eine gemeinsame Vision. Diese soll ein klares Bild davon zeichnen, wie sich die Bürgerinnen und Bürger einen Ortskern durch Lappersdorf vorstellen. Wichtig sei zu verstehen, dass der Bereich der heute unechten Einbahnstraße nicht der einzige kritische Punkt bei der Planung ist. „Von einem Konzept für den Dorfplatz, Gewerbe-Belegungen, das Auslasten der Aurelium-Parkplätze bis hin zur Ausfahrt auf die Kreisstraße muss man den Ortskern als eine Summe einzelner Entscheidungspunkte verstehen“, heißt es von der JU. Ziel der Vision ist es, dass ein übergreifendes Bild Orientierung gibt, wie einzelne Entscheidungen sinnvoll getroffen werden können.

Franz Rumstadt macht klar: „Wir dürfen hier ruhig frei und weit denken. Von einer blühenden Umgebung für Dienstleister und Einzelhändlern, über eine Verkehrs-optimierte Ortsdurchfahrt bis hin zu einer autofreien Ortsmitte ist vieles möglich für Lappersdorf“. Wichtig sei dem JU-Team aber: „Wir wollen dabei nicht die Stoßrichtung vorgeben. Sondern den Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, genau dies zu tun, die Zukunft ihres Orts mitzugestalten und ihre Wünsche und Bedarfe zu äußern“. Der jüngst vom Lappersdorfer Marktgemeinderat aufgestellte Bebauungsplan sowie das Ausschreiben eines Ideenwettbewerbs seien dabei bereits erste, begrüßenswerte Schritte. 

Zahlreiche Aktionen rund um die Vision geplant

Um möglichst viele Stimmen zum Vorgehen einzusammeln, hat sich die Junge Union eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung überlegt. Start des Prozesses soll eine eigene Website sein, auf der die Besucher ihre Ideen und Anregungen für den Ortskern einbringen können. Auch ist für den September ein intensiver Anwohner- und Gewerbedialog mit verschiedenen Terminen sowie Infostände, um mit Lappersdorfern hierzu ins Gespräch zu kommen, geplant.

Höhepunkt des Prozesses soll dann eine Podiumsdiskussion im Oktober sein, bei der die JU die Ergebnisse der Beteiligung vorstellt. Auch Kommunalpolitiker, Gewerbetreibende und Verkehrsexperten sollen sich dann den Fragen und Diskussionen der Teilnehmer stellen.

 

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