JU Lappersdorf veranstaltete Podiumsdiskussion zum Ortskern    

Motto „Echte Visionen – statt unechter Einbahnstraßen“ 

Lappersdorf. Die Junge Union stellte ihre Initiative „Vision Ortskern Lappersdorf“ bei einer Veranstaltung im Aurelium vor. Mit einer Online-Plattform, Bürgergesprächen und Veranstaltungen entwickelte der Verband ein gemeinsames Bild für den Lappersdorfer Ortskern. Bei einer Podiumsdiskussion zeigte die JU, wie sich die Einwohner „ihren“ Ortskern vorstellen. Einzelentscheidungen der Verkehrs- und Gebäudeplanung sollen künftig an dieser Gesamtvision ausgerichtet werden. Zeitgleich fordert die Junge Union ein unmittelbares Aus für die unechte Einbahnstraße. Neben Vertretern der Jungen Union diskutierten auch Joachim Strauß, Helmut Altmann und Dr. Heinz Lehmann mit. Die Marktgemeinde hingegen entsandte keinen Vertreter zum Event.

Trotz eisiger Temperatur und Glätte kamen am vergangenen Mittwoch zahlreiche Besucher in das Aurelium, um sich gemeinsam über den Lappersdorfer Ortskern auszutauschen. Kern der Veranstaltung: eine Präsentation der Jungen Union Lappersdorf. Der kommunalpolitische Nachwuchs zeigte Ergebnisse verschiedener Analysen auf und erklärte ihre Vorschläge.

Eine Besonderheit: Aufgrund des herausfordernden Wetters entschied sich due JU dazu, die Veranstaltung auch kurzfristig online via Facebook Livestream auszusenden. Die Resonanz: unerwartet stark. Der Ortsvorsitzende Franz Rumstadt sagt: „Hier haben wir aus der Not eine Tugend gemacht. Neben den vielen physisch Anwesenden hat unser Livestream mittlerweile mehr als 1.400 Personen erreicht. Damit hätten wir nie gerechnet – doch es zeigt: Es lohnt sich, in Chancen zu denken“.

„Der Verkehrsversuch unechte Einbahnstraße ist gescheitert“

Der motorisierte Individualverkehr in Richtung Norden des Ortskerns in Lappersdorf ist seit Oktober 2021 nur noch bis zur Einmündung „Am Anger“ zugelassen. Die Junge Union schlägt nun vor, diese Regelung zeitnah einzustellen. Rumstadt begründet: „Die unechte Einbahnstraße verwirrt Autofahrer nach wie vor, reduziert die Verkehrsbelastung nicht merklich und gängelt Bürger zu unnötigen Umwegen. Das ist weder verkehrsplanerisch noch aus Umwelt-Aspekten sinnvoll“. Sein Vorstandskollege Dominik Söldner, selbst Anwohner des Bereichs, stimmt dem zu: „Viele Menschen sind – zum Beispiel bei der Fahrt zum Wertstoffhof – auf eine Umfahrung der Ortsmitte über die Kreisstraße angewiesen“.

Es sei völlig richtig, einzelne Versuche in der Verkehrsplanung anzugehen. „Wenn man allerdings merkt, dass das Konzept nicht aufgeht, dann muss man auch bereit sein, den Versuch einzustellen.“, sagt Söldner.

Eine Vision für den Ortskern

Mehr als 330 Stimmen hat die JU über die vergangenen Monate gesammelt – in qualitativen wie quantitativen Umfragen. Auch auf bereits durchgeführte Analysen griff man hier zurück. So habe etwa eine Patientenbefragung der Praxis Dres. Lehmann ergeben: 67 Prozent der Befragten halten die derzeitige Einbahnstraßenregelung im Lappersdorfer Ortskern für nicht sinnvoll.

Einige wenige aber, hätten sich auch positiv zur Regelung geäußert. So sei eine Kommentierung auf der eigens von der JU eingerichteten Online-Plattform gewesen: „Wenn sich alle an die Regelung halten würden, könnte sie etwas bringen“.

Franz Rumstadt betont: „Auch diese Stimmen sind wichtig. Wir arbeiten nicht gegen irgendetwas. Sondern für einen lebendigen und mobilen Ortskern, der als Treffpunkt für Alle und Jobmotor der Gemeinde aufblühen kann“.

Viele Ideen für den Ortskern

Gemeinsam mit seinen weiteren Vorstandskollegen Dominik Söldner, Tim Ständer und Mark Strauß präsentierte Franz Rumstadt mögliche Ideen für die Weiterentwicklung des Ortskerns. So seien Inklusion durch Barrierefreiheit, guter Zugang für alle Verkehrsteilnehmer, ein ansprechendes Erscheinungsbild und das Nutzen des Bereichs für gemeinsame Veranstaltungen wünschenswert.

Insbesondere freute sich die JU darüber, dass eine der Ideen, die die Organisation im vergangenen Jahr bei einer ähnlichen Veranstaltung präsentierte, bereits Anklang in der Umsetzung gefunden hat: Wie von der Jungen Union vorgeschlagen, wird die Marktgemeinde in 2025 wieder ein gemeinsames Bürgerfest organisieren.

Im Anschluss an die Präsentation stellten sich die Marktgemeinderäte Helmut Altmann und Joachim Strauß (beide CSU) den Fragen des Publikums. Dr. Heinz Lehmann gab eine Einordnung der Situation aus Sicht der Gewerbetreibenden.

weitere
Artikel