JU präsentiert Vision für den Ortskern Lappersdorf

Großer Andrang bei der Podiumsdiskussion der Jungen Union

Lappersdorf. Die Junge Union in der Marktgemeinde Lappersdorf hat bei einer Diskussionsveranstaltung die Ergebnisse der Aktion „Vision Ortskern“ vorgestellt und mit den Besuchern über mögliche Lösungsansätze gesprochen. Auch die umstrittene „Unechte Einbahnstraße“ war Thema am Abend. Doch auf dem Podium beschäftigt vor allem die Beauftragung eines Gesamtkonzepts an ein Planungsbüro durch die Marktverwaltung.

Mehr als 80 Besucher waren der Einladung der Jungen Union Lappersdorf gefolgt und kamen in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Pfarrsaal zusammen, um über den Ortskern zu diskutieren. Die Veranstaltung markiert das Finale der Aktion „Vision Ortskern“. Über mehrere Wochen hat sich die JU mit der Situation im Ort beschäftigt, führte Gespräche mit Anwohnern und Gewerbetreibende, wertete bestehende Analysen aus und entwickelte eine eigene „Visions-Plattform“, auf der sich die Bürger mit ihrer Idee für den Bereich rund um die Regensburger Straße direkt beteiligen konnten.

Unmut gegen die „Unechte Einbahnstraße“

Das Ergebnis von mehr als 330 ausgewerteten Stimmen: Viele stören sich an der aktuell noch als Verkehrsversuch geführten Regelung der „Unechten Einbahnstraße“, die die Zufahrt zum Ortskern von Süden kommend ab dem Aurelium-Parkplatz beschränkt. „Wir brauchen echte Lösungen statt unechter Einbahnstraßen“, sagt Franz Rumstadt, Ortsvorsitzender der JU.

Auf dem Podium stellten sich Dr. Doris Schmack (GRÜNE), 3. Bürgermeisterin der Marktgemeinde Lappersdorf, Joachim Strauß (CSU), Fraktionsvorsitzender der CSU Gemeinderatsfraktion Lappersdorf und Dr. Heinz Lehmann, der ärztliche Leiter und Mitinhaber der Praxis Dr. Lehmann & Kollegen, den Fragen und Ideen der Besucher.

Ein besonderer Aufreger hierbei: Die Marktverwaltung gab preis, dass das beauftragte Konzept bei einem Planungsbüro nun mehrfach verspätet ist und die Rathausführung auch nicht oft genug bei dem Dienstleister nachhakte. Das Konzept sei aber Grundlage, um überhaupt über weitere Ideen und Maßnahmen im Ortskern zu diskutieren, so Schmack für die Gemeinde. Viele der erschienenen Bürger waren darüber überrascht. Auf Nachfrage, wie lange es dauere, bis eine Grundlage vorliegt, versichert die 3. Bürgermeisterin: „drei bis sechs Monate“.

Zehn Vorschläge für die Vision vom Ortskern

Die Junge Union nutzte den Abend, um ihre Ergebnisse und Vorschläge für den Ortskern zu präsentieren. Die Vortragenden aus dem JU-Vorstand, Franz Rumstadt, Dominik Söldner, Mark Strauß und Tim Ständer, zeigten auf: „Die Lappersdorfer wollen einen lebendigen und mobilen Ortskern, der als Treffpunkt für Alle und Jobmotor der Gemeinde aufblühen kann“.

Wie das gelingen kann – dafür formulierte die JU zehn konkrete Vorschläge. Diese wird sie der Verwaltung und allen Fraktionen des Marktgemeinderats übergeben. Ein Überblick:

  1. „Der Ortskern braucht ein integriertes Gewerbekonzept“. Von Gastronomie zum Dienstleistungsgewerbe sei ein einheitliches Zielbild notwendig. Nur so könne Leerstand vermieden und der Ort belebt werden.
  2. „Der kann mehr“: Durch unmittelbares Aufstellen von Blumenkübeln und einer ganzjährigen Pflege des Brunnens am Dorfplatz könne das Erscheinungsbild deutlich vorangebracht werden.
  3. „Wir schlagen vier autofreie Wochenenden (Sa./So.) im Jahr vor“. Durch erweiterte Außengastronomie wolle die JU so das Lebensgefühl eines echten Ortskerns aufblühen lassen.
  4. „Der Ortskern ist der perfekte Platz für ein Lappersdorfer Bürgerfest“. Deshalb schlägt die JU vor, hier wieder einmal jährlich ein gemeinsames Fest der Vereine und Familien in der Gemeinde ins Leben zu rufen.
  5. „Nur wo kontrolliert wird, werden Regeln auch eingehalten“. Daher seien verstärkte und vermehrte Kontrollen zu erwirken.
  6. „Wir schlagen vor, die Parkplatzsituation zu entzerren“. Entlang der Regensburger Straße solle das Angebot auf Kurzparker, Behindertenparkplätze, Lieferverkehr und Anwohner konzentriert werden.
  7. „Zur Entschärfung der Gefahrensituation auf die Kreisstraße fordern wir einen Kreisverkehr zur R15“. Auch wenn die Verantwortung dafür im Landkreis liegt: Die Gemeinde könne und müsse sich stark machen für eine praktikable und sichere Lösung für alle Verkehrsteilnehmer.
  8. „Unter dem Kreisverkehr schlagen wir eine Fußgänger-Unterführung zwischen den Parkplätzen hinter Café Hahn und dem Aurelium vor“. So können Parkende problem- und gefahrfrei, schnell und direkt zum Ortskern kommen. Die aktuelle Treppe zur Zugangsstraße sei zu gefährlich, der Fußweg zum Aurelium eher ein Trampelpfad.
  9. „Mit diesen Maßnahmen kann auch die ‚Unechte Einbahnstraße‘ wieder eingestellt werden und ihre vielen Nachteile, wie große Umwege oder Verwirrung für Ortsunkundige vermieden werden“.
  10. Schließlich bieten wir der Gemeinde an, alle Lösungsvorschläge und Ergebnisse an das beauftragte Planungsbüro für eine Ortsplanung des Kerns zu geben.

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